Hier in der Stadt ist zu wenig los …

Bin ja immer noch an meinem Projektle mit der Gründung der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) dran. “Meine” Arbeitsverwaltung, die mich ja eigentlich “fördern” müsste (sollte/ könnte), hat mir “aus Versehen” vor Wochen das falsche Formular gegeben. Mein Problem ist, hätte ich vorzeitig meine UG gegründet, wäre ich gewisser Ansprüche verlustig gegangen. Denn bestimmte Ansprüche bestehen nur vor Gründung.

Wegen des Irrtums [- selleweg] habe ich dann rund vier Wochen lang üppige Grübel- und Schreibarbeiten am Businessplan, plus Ausfüllen umfangreicher Formulare eher umsonst gemacht. Bei dieser Sache mit der Arbeitsverwaltung stecke ich in einer ewigen Warteschleife, das ist schon richtiggehend (richtigscheichend) kafkaesk.

Als Badener kommuniziere ich meine Gründungsbemühungen auch an meine Mitmenschen im Flecken* und in der Welt. Die eigentlich immer durchweg  sehr verständnisvoll reagieren.

So habe ich gestern unseren Fotografen getroffen. Einen dieser urigen jungen authentischen Menschen vom Typ Hipster, die auch bei Regenwetter mit diesen coolen kurzen sportlich-maritimen Dresses rumlaufen (wahrscheinlich Kult-Label). Gestern etwas länger mit “dem Herrn Fotografen” gesprochen. Der hatte ein Fotostudio im Flecken.

Auf jeden Fall zieht der Fotograf jetzt weg. Im Gespräch haben wir beide festgestellt, hier in der Stadt ist zu wenig los. Und dem habe ich voll zugestimmt. Außer Schwarzwald-Idylle läuft da wenig.

Dazu passt auch: unsere Buchhandlung am Schuhmarktplatz wird in ein paar Wochen schließen. Ein Besitzer ist Diplom-Politologe und unglaublich belesen. Aber was soll’s. Unser belesener Buchhändler hat ja noch ein Hauptgeschäft in unserer Kreisstadt. Wenn einfach zu wenig Kunden strömen – und da tröpfelt es mitunter von der Besucherfrequenz her noch nicht einmal – dann muß man seine schöne Buchhandlung in der Nebenlage schliessen.

Also wieder ein meeting point in der real world im Städtle weniger. Schade! Denn bestimmte menschliche Wünsche nach Kommunikation kann man im Online-Handel einfach nicht erfüllen. Beim stationären Handel bleibt die Abverkäufe entscheidungsrelevant – das reine “liken” bleibt dem online-Handel und der Internet-Welt vorbehalten …

* Wobei ich ja heilfroh bin, dass ich die “nervtötende Frau” nicht mehr treffe. Die hat mich immer abgepasst und mir dann erzählt (- da greift das gute Wort “insistiert”), ich solle doch in unserer Hauptstrasse ein Buchführungs- und Steuerhilfebüro [- Steuerhilfebüros sind die, die kompetent Lohn- und Einkommenssteuer-Anträge und die Anlage N ausfüllen, aber keine Steuerberatung machen dürfen) aufmachen. Nun haben wir aber in unserer Hauptstrasse eben gerade da ein üppiges Angebot und sogar hochkarätige Steuerberater.

Am Ende konnte ich mir bei der “guten” Frau nur helfen, in dem ich ihr erzählt habe, ich mache ein Nagelstudio auf, denn das sei grad modern. Und sie sei als Ratgeberin dann natürlich meine allererste Kundin. Seitdem hat’s die “nervtötende Frau” verpufft …